Prekäre Arbeitsbedingungen bei Hilfen zur Erziehung

Workshop_HzE_Kongress_150915

Am 15.09.15 veranstalteten Susanne Paton und Barbara Lochner vom Bündnis
für Gute Arbeit in der Sozialen Arbeit und der Kindheitspädagogik im Rahmen des 1. Thüringer Fachkongresses Hilfen zur Erziehung an der Fachhochschule Erfurt einen Workshop zum Thema „Professionelle Hilfen zur Erziehung unter prekären Arbeitsbedingungen“. Mit 20 Teilnehmer*innen wurden die zentralen Herausforderungen der beruflichen Praxis in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert. Während die Mehrheit der Sozialarbeiter*innen ihre materielle und räumliche Ausstattung lobte, sehen sie insbesondere ihre knappen zeitlichen und personellen Ressoucen äußerst kritisch. Gemeinsame Feierlichkeiten und Gutscheine für das Fitnessstudio, so die mehrheitliche Meinung, wären nette Aufmerksamkeiten seitens der Arbeitgeber. Diese könnten aber nicht darüber hinwegtrösten, wenn die eigene Freizeit nicht geplant werden kann, weil man aufgrund von personellen Engpässen immer auf Abruf sei und nicht selten sogar krank auf Arbeit ginge. Insbesondere in 24-h-Einrichtungen sei die Kopplung der Mitarbeiter*innen-Zahl an die Anzahl der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen absurd – „denn die Woche wird ja nicht kürzer, nur weil ich vorübergehend drei Kinder weniger habe“, so ein Teilnehmer. Thematisiert wurde auch die Schwierigkeit, in ländlichen Regionen überhaupt geeignete Bewerber*innen für ausgeschriebene Stellen zu finden, was Arbeitgeber jedoch bislang scheinbar nicht veranlasst, die Arbeitsbedingungen attraktiver zu gestalten.

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